Was ist Körperpsychotherapie?

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Foto: Matthias Klingner / pixelio.de

Grundlagen der Körpertherapie

In unserem (Arbeits-)Alltag sind wir gewohnt, emotionale Bedürfnisse und Regungen den Erfordernissen der Außenwelt unterzuordnen und uns anzupassen: "vernünftig" sein, "erwachsen" handeln, rationale Entscheidungen treffen  das sind die Maximen, die unsere Alltagswelt bestimmen. Das Bewusstsein für den eigenen Körper und die Fähigkeit, eigene körperliche und seelische Empfindungen wahrzunehmen, geht dabei oftmals verloren. Die Folgen dieser Entwicklung finden ihren Ausdruck in Störungen verschiedenster Erscheinungsformen im körperlichen und seelischen Bereich und psychosomatischen Erkrankungen. Auf der körperlichen Ebene sichtbar werden sie u. a. als Blockaden im muskulären Bereich, die uns einen Schlüssel liefern zu damit in Zusammenhang stehenden emotionalen Themenfeldern.

 

Mit Hilfe der Körpertherapie begeben wir uns auf die Suche nach dem verloren gegangenen Körperbewusstsein. Als Brücke zwischen dem emotionalen und dem körperlichen Ausdruck wirkt der Atem. Im Fokus steht neben der Atemarbeit der Stimm- und Körperausdruck. Durch die Körperarbeit richten wir die Aufmerksamkeit auf das Hier und Jetzt und decken darunter liegende Verhaltens- und Einstellungsmuster auf so weist uns der Körper den Weg, um zu verstehen, welche inneren Einstellungen, die in der Vergangenheit das psychische Überleben gesichert haben, es nun loszulassen und aufzulösen gilt. 

 

Traumatisierungen
Ein Trauma entsteht immer dann, wenn der Körper auf eine Bedrohungssituation nicht durch die archaisch verankerten Verhaltensweisen von Flucht oder Kampf reagieren kann. Verletzende und gewaltsame Geschehnisse, aber auch Situationen, die die individuelle Stresstoleranz überfordern, führen zu einer Reaktion auf den psychischen Stress: Der Körper reagiert mit Hochsetzung von Muskeltonus, Herz- und Atemfrequenz und der Freisetzung von Adrenalin. Sofern dieser Erregungszustand des Körpers nicht durch Bewegung abgebaut wird, folgt eine Erstarrung "gelähmt vor Schreck", "vor Schreck den Atem anhalten" etc. sind Ausdruck davon. Ein Trauma entsteht dann, wenn die durch den Schreck blockierten Energien nicht wieder abgebaut werden und dadurch die physisch-emotionalen Reaktionen auf das Ereignis nicht vollständig zum Abschluss gebracht werden.

Da das Trauma als physiologische Reaktion auf ein Ereignis im Körper gespeichert wird und bei zukünftigen ähnlichen Situationen durch das Körpergedächtnis reaktiviert werden kann, liegt es nahe, die Traumatisierung mit Hilfe eines körperlichen Zugangs aufzulösen.  

 


Wer zugleich seinen Schatten und sein Licht wahrnimmt, sieht sich von zwei Seiten und damit kommt er in die Mitte. (Carl Gustav Jung)